— Du hast meine Mutter in den Regen hinausgestellt?!

Wer glaubst du eigentlich, wer du bist?!

Ich habe nur eine Mutter, aber solche Frauen wie dich kann es ein Dutzend geben!

— So ein Miststück …

Die Tür ging nicht einfach auf — sie erbebte von dem Schlag, als wäre ein Rammbock gegen sie geprallt.

Das Schloss klirrte jämmerlich, und der Türflügel flog auf und krachte gegen den Anschlag.

In die Wohnung brach ein kalter, feuchter Luftzug herein, der nach nassem Asphalt und Abgasen roch, und direkt hinter ihm stürmte Dmitri herein.

Er war bis auf die Knochen durchnässt — Wasser lief von seiner Lederjacke, die dunklen Haare klebten an seinem Schädel, und in seinen Augen stand eine so wilde, trübe Wut, dass es schien, als beginne die Luft um ihn herum zu knistern.

Olga stand im Türrahmen der Küche und hatte die Arme vor der Brust verschränkt.

Auf diesen Moment hatte sie die letzten vierzig Minuten gewartet, seitdem sie die letzte Tasche vor die Tür gestellt und den Riegel vorgeschoben hatte.

Sie zitterte nicht.

In ihrem Inneren war alles ausgebrannt und hatte nur eine kalte, klingende Leere und die seltsame Ruhe eines Menschen zurückgelassen, der gerade eigenhändig eine Bombe entschärft hatte, die einen ganzen Monat lang in seinem Haus getickt hatte.

Dmitri schleuderte die Schlüssel mit solcher Wucht auf die Kommode, dass die emaillierte Schale für Kleinkram hochsprang und umkippte.

Er machte einen Schritt auf seine Frau zu und hinterließ auf dem hellen Laminat schmutzige, nasse Spuren.

— Du hast meine Mutter in den Regen hinausgestellt?!

Wer glaubst du eigentlich, wer du bist?!

Ich habe nur eine Mutter, aber solche Frauen wie dich kann es ein Dutzend geben!

Wenn sie nirgendwo übernachten kann, gehst du auf die Straße, und sie legt sich in unser Schlafzimmer!

Hol sie sofort zurück und entschuldige dich auf den Knien!

Olga sah ihn an und sah nicht den Mann, mit dem sie fünf Jahre gelebt hatte, sondern einen Fremden, einen von Bosheit verzerrten Mann.

Von seiner Nase tropfte Regenwasser, das sich mit dem Speichel mischte, der ihm beim Schreien aus dem Mund flog.

— Ich gehe nirgendwohin, Dima, — antwortete sie mit einer ruhigen, emotionslosen Stimme.

— Und entschuldigen werde ich mich auch nicht.

Deine Mutter sitzt nicht auf der Straße.

Sie sitzt auf der Bank unter dem Vordach am Eingang, im Trockenen, und schreibt dir Beschwerden.

Ihren Koffer habe ich ihr ordentlich hinausgerollt, sogar den Griff mit Desinfektionsmittel abgewischt.

Also mach kein Drama daraus.

— Drama?! — brüllte Dmitri und trat dicht an sie heran.

Er roch nach Nässe und nach schwerem Schweißgeruch.

— Du nennst das Drama?

Ein alter Mensch sitzt vor dem Hauseingang wie ein streunender Hund, nur weil seiner Schwiegertochter, gnädige Frau, plötzlich der Hafer gestochen hat!

Hast du völlig den Verstand verloren?

Das ist meine Wohnung!

Meine, hörst du?

Du bist hier nur, weil ich dir erlaube, hier zu sein!

— Wir haben diese Wohnung zusammen gekauft, — erinnerte Olga ihn, obwohl sie verstand, dass jetzt jedes Argument an ihm abprallen würde wie Erbsen an einer Wand.

— Und wir hatten vereinbart, dass deine Mutter eine Woche bleibt, solange in ihrem Bad Fliesen gelegt werden.

Eine Woche, Dima.

Ein Monat ist vergangen.

Die Fliesen sind längst verlegt, und Irina Pawlowna ist immer noch hier.

Und sie lebt nicht einfach nur hier.

Sie vernichtet mich.

Systematisch, jeden Tag, von morgens bis abends.

— Die arme Unglückliche! — Dmitri verzog die Lippen zu einem höhnischen Grinsen.

— Man vernichtet sie!

Man darf dir kein Wort quer sagen!

Mama ist ein älterer Mensch, sie hat ihren Charakter, sie hat Blutdruck!

Sie will helfen, sie gibt Ratschläge, und du rümpfst die Nase!

Was hat sie dir denn getan?

Die Tasse an die falsche Stelle gestellt?

Das Handtuch falsch aufgehängt?

— Sie hat heute meine Suppe in die Toilette gegossen, — sagte Olga leise und sah ihrem Mann direkt in die Augen.

— Frische Suppe, die ich vor der Arbeit gekocht habe.

Sie sagte, das seien „Schweinefraß“, und dass man ihren Sohn mit so etwas nicht füttern dürfe, sonst bekäme er noch ein Magengeschwür.

Und als ich sie fragte, warum sie das getan hat, antwortete sie …

Olga schwieg und schluckte den bitteren Kloß in ihrem Hals hinunter.

Sich daran zu erinnern war demütigend, aber sie konnte nicht länger schweigen.

— Na?

Was hat sie geantwortet? — bellte Dmitri und riss ungeduldig an der Schulter.

— Dass du zwei linke Hände hast?

Vielleicht stimmt das ja?

Mama kocht am besten, das ist Fakt!

Du reichst nicht mal bis zum Mond an sie heran!

— Sie sagte: „Kein Wunder, dass du hohl bist wie eine Trommel.

Bei so einer Nichtskönnerin bleiben nicht einmal Kinder im Bauch.

Gott sieht, wem man keine Kinder geben darf.

Du bist ein kaputter Brutkasten, Olya.

Und Dima versteht das, er hält schon Ausschau nach einer normalen Frau, einer gesunden, und dich behält er aus Mitleid.“

Im Flur hing Schweigen.

Schwer, zäh, nur unterbrochen vom schweren Atem Dmitris und dem Geräusch des Regens hinter der offenen Eingangstür des Hauses, das sogar bis hierher in den dritten Stock drang.

Olga wartete.

Sie wartete darauf, dass er sich empören würde, dass er sagen würde, seine Mutter habe eine Grenze überschritten, dass das der Unsinn einer verrückten alten Frau sei.

Doch Dmitris Gesicht zeigte weder Überraschung noch Mitgefühl.

Im Gegenteil, seine Züge wurden schärfer, und sein Blick wurde stechend und kalt wie Eis.

Langsam zog er den Reißverschluss seiner Jacke auf, ohne den Blick von seiner Frau zu nehmen.

— Und? — warf er gleichgültig hin.

— Die Wahrheit tut weh, was?

Olga war, als hätte man ihr einen Schlag in die Magengrube versetzt.

Die Luft blieb ihr in den Lungen stecken.

— Was?.. — brachte sie nur hervor.

— Ich sage, Mama hat die Wahrheit gesagt, und deshalb bist du so ausgerastet, — sprach Dmitri hart und betonte jedes Wort, als würde er Nägel in den Sarg ihrer Ehe schlagen.

— Du kannst seit drei Jahren tatsächlich nicht schwanger werden.

Wir rennen zu Ärzten, geben Geld aus, und das Ergebnis ist null.

Mutter sorgt sich um die Familie.

Sie will Enkelkinder.

Und du … du besetzt hier nur einen Platz.

— Meinst du das jetzt ernst? — flüsterte Olga und spürte, wie der Boden unter ihren Füßen wegsackte.

— Du stimmst ihr zu?

Du findest es normal, dass sie mich in meinem eigenen Haus „kaputten Brutkasten“ nennt?

— In meinem Haus! — brüllte Dmitri und verfiel erneut in Geschrei.

Er packte Olga an der Schulter und drückte mit den Fingern schmerzhaft zu, während er sie schüttelte.

— Merk dir ein für alle Mal: Das ist mein Haus!

Und meine Mutter ist hier die wichtigste Frau!

Sie hat mich geboren, sie hat mich großgezogen, sie hat ihr Leben für mich hingegeben!

Und du?

Du bist heute da, und morgen finde ich eine andere, die mir drei Kinder gebiert und Mama die Füße wäscht dafür, dass sie so einen Sohn großgezogen hat!

Olga riss sich los und versuchte, sich zu befreien, doch der Griff ihres Mannes war aus Stahl.

— Lass mich los, — presste sie hervor.

— Du tust mir weh.

— Es tut weh? — Dmitri stieß ihren Arm weg, als wäre er ansteckend.

Olga taumelte und schlug mit der Schulter gegen den Türrahmen.

— Wehtun wird es dir, wenn du in deinem Stolz ganz allein bleibst.

Du dachtest wohl, ich würde dir hinterherlaufen und dich anflehen, es zu ertragen?

Du dachtest, ich würde dich wählen?

Du dumme Gans.

Er drehte sich um und ging zur Wohnungstür, während er sich unterwegs mit dem Ärmel seiner Jacke das nasse Gesicht abwischte.

— Ich gehe meine Mutter holen, — warf er hin, ohne sich umzudrehen.

Seine Stimme klang wie ein Urteilsspruch.

— Ich gehe jetzt runter, nehme ihren Koffer und bringe sie wieder her.

Und wir werden Tee trinken.

Und du … Wenn du noch hier bist, wenn wir zurückkommen, verkriechst du dich in die dunkelste Ecke und fällst nicht weiter auf.

Und wehe, Olya, wehe, du piepst auch nur ein Wort oder schaust sie schief an.

— Wenn du sie zurückbringst, gehe ich, — sagte Olga.

Ihre Stimme wurde fester.

Die Angst war verflogen, geblieben war nur Verachtung.

Dmitri blieb in der Tür stehen.

Langsam drehte er den Kopf, und auf seinen Lippen lag ein böses, schiefes Grinsen.

— Dann verschwinde eben, — sagte er schlicht.

— Die Tür steht offen.

Vergiss nur deine Sachen nicht, ich brauche keinen Müll in der Wohnung.

Aber zuerst hole ich Mama.

Sie soll sehen, wie du dich schändlich davonmachst.

Er trat auf den Treppenabsatz und drückte mit aller Kraft auf den Knopf des Aufzugs.

Olga blieb im Flur stehen und rieb sich die schmerzende Schulter.

Im Spiegel gegenüber sah sie ihr eigenes Spiegelbild — ein blasses Gesicht, zerzaustes Haar und Augen, in denen weder Liebe noch Hoffnung mehr waren.

Dort war nur kalte Entschlossenheit.

Sie begriff: Der Krieg war nicht zu Ende, er hatte gerade erst begonnen.

Und in diesem Krieg hatte niemand vor, Gefangene zu machen.

Der Aufzug summte irgendwo im Schacht wie eine riesige wütende Hummel und kam immer näher.

Olga hörte dieses Geräusch durch die wattige Stille der Wohnung, und jeder Meter, den die Kabine höherstieg, pochte in ihren Schläfen wie ein dumpfer Pulsschlag.

Sie rührte sich nicht von der Stelle und stand weiter im Flur, in der Hand den kalten metallenen Schuhlöffel — eine sinnlose, lächerliche Waffe gegen den Dreck, der jetzt gleich die Schwelle ihres Hauses überschreiten würde.

Die Türen des Aufzugs glitten mit einem sanften Klingeln auseinander.

Über den Treppenabsatz polterten die Rollen eines Koffers — das Geräusch war schwer, selbstbewusst, besitzergreifend.

Eine Sekunde später erschien Dmitri im Türrahmen.

Mit betont fürsorglicher Höflichkeit hielt er die schwere Metalltür auf und ließ Irina Pawlowna vorgehen.

Die Schwiegermutter trat nicht ein wie ein Opfer, das man eben erst auf die Straße gesetzt hatte.

Sie trat ein wie eine Königin im Exil, die auf ihren rechtmäßigen Thron zurückkehrte, um Aufständische hinrichten zu lassen.

Ihr graues, im Salon sorgfältig gelegtes Haar war vom Regen leicht niedergedrückt, am Saum ihres teuren Kaschmirmantels liefen dunkle Tropfen hinab, doch ihr Gesicht drückte absoluten, eisigen Triumph aus.

Sie sah Olga nicht einmal an.

Ihr Blick glitt über den Kopf der Schwiegertochter hinweg tief in die Wohnung hinein, als würde sie den Schaden begutachten, der ihren Besitztümern zugefügt worden war.

— Vorsichtig, Mama, hier ist eine Schwelle, stolpere nicht, — säuselte Dmitri und zog den großen, aufgequollenen Koffer hinterher.

Er stellte ihn mitten in den Flur, versperrte damit den Weg zur Küche und setzte damit gleichsam einen fetten Punkt in den Streit darüber, wer hier das Sagen hatte.

Irina Pawlowna begann langsam, mit einer theatralischen Pause, die Knöpfe ihres Mantels aufzuknöpfen.

Ihre Hände, geschmückt mit alten sowjetischen Rubinringen, bewegten sich ruhig und methodisch.

— Ich dachte, diese Frau hätte genug Anstand, von allein zu gehen, solange wir weg waren, — sagte sie mit knarrender, überheblicher Stimme und wandte sich ausschließlich an ihren Sohn.

— Aber offenbar ist Dreistigkeit das zweite Glück.

Da steht sie nun und glotzt.

Schamlose Augen.

— Achte nicht auf sie, Mama, — Dmitri sprang zu ihr und half ihr aus dem nassen Mantel.

Er schüttelte das Wasser direkt auf den Boden, dorthin, wo Olgas Wildlederstiefeletten standen, und warf die Oberbekleidung seiner Mutter achtlos über Olgas Jacke an der Garderobe.

— Jetzt wärmen wir dich auf.

Tee, Cognac?

Du darfst dich nicht aufregen, sonst schießt dein Blutdruck hoch.

Olga beobachtete dieses Schauspiel und spürte, wie die Wirklichkeit des Geschehens einem Albtraum zu ähneln begann.

Dmitri flatterte um seine Mutter herum, als wäre sie eine Kristallvase, die man gerade wundersam aus einem Brand gerettet hatte, und ignorierte dabei völlig seine Frau, die zwei Meter von ihnen entfernt stand.

— Was für Tee, Dima? — Irina Pawlowna verzog verächtlich das Gesicht und geruhte endlich, ihren schweren Blick auf Olga zu richten.

— In diesem Haus hat man ja Angst, auch nur Wasser zu trinken, wer weiß, ob sie nicht hineingespuckt hat?

Oder Gift hineingetan?

Sieh sie dir an.

Sie steht da mit einem Eisenstück in der Hand.

Will sie sich auf mich stürzen?

Wirst du mich umbringen, so wie du meine ungeborenen Enkel zugrunde gerichtet hast?

Olga sog krampfhaft die Luft ein, ihre Finger um den Schuhlöffel wurden weiß.

— Ich habe niemanden zugrunde gerichtet, Irina Pawlowna.

Und das wissen Sie, — klang Olgas Stimme dumpf.

— Aber wenn Sie jetzt nicht sofort schweigen …

— Was?! — Dmitri fuhr scharf herum und stellte sich schützend vor seine Mutter.

Sein Gesicht verzerrte sich wieder zu einer Grimasse rasender Wut.

— Du wagst es, ihr zu drohen?

In meiner Gegenwart?

Halt den Mund, bevor ich ihn dir zuklebe!

Mama hat in allem recht.

Du bist ein Nichts.

Er nahm seine Mutter behutsam am Ellbogen und führte sie ins Wohnzimmer, blieb aber auf halbem Weg stehen, als käme ihm plötzlich ein Gedanke.

Dmitri sah sich um, blickte auf das Sofa im Wohnzimmer und dann auf die geschlossene Schlafzimmertür.

— Nein, Mama, auf dem Sofa ist es unbequem für dich.

Da steht eine Feder raus, dein Rücken wird weh tun, — sagte er laut, und in seiner Stimme klangen metallische Noten der Herausforderung.

Er sah Olga mit einem rachsüchtigen Zusammenkneifen der Augen an.

— Du gehst ins Schlafzimmer.

Da ist die orthopädische Matratze, es ist ruhig und dunkel.

Du musst dich hinlegen und dich von dem Stress erholen, den dir diese Hysterikerin bereitet hat.

Olga spürte, wie in ihr alles kalt wurde.

Das Schlafzimmer war ihr einziger Zufluchtsort, ihr persönlicher Raum, in den sie die Schwiegermutter nicht einmal „nur mal, um die Vorhänge zu sehen“ hineingelassen hatte.

Es war ihr Ehebett.

— Nein, — sagte sie fest und machte einen Schritt nach vorn.

— Ins Schlafzimmer geht sie nicht.

Sie kann sich ins Wohnzimmer legen.

Oder ins Hotel.

— Du scheinst es nicht verstanden zu haben, — Dmitri trat dicht an sie heran und ragte mit seinem ganzen Gewicht über ihr auf.

— Ich frage dich nicht um Erlaubnis.

Ich stelle dich vor eine Tatsache.

Meine Mutter wird dort schlafen, wo es für sie bequem ist.

Und bequem wird es für sie auf einem breiten Bett mit einer guten Matratze sein.

— Dima, das ist unser Bett! — Olga erhob die Stimme und versuchte, den Rest seines Verstandes zu erreichen.

— Dort sind meine Sachen, meine Wäsche!

Das geht zu weit!

Willst du deine Mutter in unser Ehebett legen?!

Irina Pawlowna, die hinter dem Rücken ihres Sohnes stand, ließ ein kurzes, trockenes Lachen hören.

— Was ist denn dabei, Liebes? — knarrte sie.

— Ekelt es dich?

Oder hast du Angst, dass ich deine Aura der Unfruchtbarkeit störe?

Dima, Sohn, hör nicht auf sie.

Mein Kreuz tut weh vom Sitzen auf der Bank.

Ich muss mich auf etwas Ebenes legen.

— Hast du gehört? — bellte Dmitri.

— Mama hat Rückenschmerzen!

Wegen dir!

Weg da!

Er stieß Olga grob mit der Schulter zur Seite, als er an ihr vorbei zur Schlafzimmertür ging.

Olga prallte mit dem Rücken gegen die Wand und ließ den Schuhlöffel fallen, der klirrend auf den Boden fiel.

— Mach das Zimmer frei! — schrie Dmitri und riss die Schlafzimmertür weit auf.

— Sofort!

Nimm deine Lumpen und verschwinde!

Wenn du schlafen willst, dann leg dich auf die Fußmatte im Flur!

Oder in der Küche auf einen Hocker, da ist dein Platz!

Und hier wird jetzt Mama schlafen!

— Dima, tu das nicht … — flüsterte Olga und sah, wie er in ihr Allerheiligstes hineinging, an den Ort, an dem sie einmal glücklich gewesen waren.

— Doch, Olya, genau das! — Er drehte sich um, und seine Augen glühten fanatisch.

— Du hast es nicht verdient, auf Seide zu schlafen.

Du hast überhaupt nichts verdient.

Mama, komm rein!

Ich werfe jetzt nur noch den Geist dieser Verräterin hinaus.

Irina Pawlowna hob siegesgewiss das Kinn und glitt langsam, würdevoll an Olga vorbei, wobei sie absichtlich ihre Schulter streifte.

— Du hast sie verwöhnt, Dima, oh, wie du sie verwöhnt hast, — warf sie im Vorbeigehen hin, während sie ins Schlafzimmer ging wie eine rechtmäßige Herrin.

— Aber nichts.

Jetzt bringen wir hier Ordnung hinein.

Echte Ordnung.

Dmitri packte von Olgas Nachttisch ihr Buch, das Glas Wasser und das Ladegerät fürs Handy und fegte alles mit einer Bewegung auf den Boden.

— Raus! — brüllte er, als er sah, dass Olga im Türrahmen erstarrt war.

— Ich habe gesagt, raus hier!

Das ist jetzt das Zimmer meiner Mutter!

Olga begriff, dass die Gespräche vorbei waren.

Die Zerstörung hatte begonnen.

Dmitri wartete nicht.

Er handelte mit einer erschreckenden, methodischen Geschäftsmäßigkeit, wie ein Mitarbeiter eines Reinigungsdienstes, dem aufgetragen worden war, einen Raum von biologischem Abfall zu säubern.

Er ging auf das breite Doppelbett zu, auf dem sie und Olga noch am Morgen zusammen aufgewacht waren, und riss mit einer scharfen Bewegung die Seidendecke herunter.

Der Stoff flog mit trockenem Rascheln in die Luft und landete als formlose Masse im Flur, direkt vor den Füßen seiner Frau.

— Diese Bettwäsche ist von deinem Parfüm durchtränkt, — sagte er angewidert, ohne Olga überhaupt anzusehen.

— Mama verträgt keine starken Gerüche.

Sie hat eine Allergie gegen deine billige Chemie.

Als Nächstes flogen die Kissen.

Dmitri packte sie an den Ecken, presste sie in den Fäusten zusammen und schleuderte sie mit solcher Wucht durch die Türöffnung, als wären es Steine.

Ein Kissen prallte gegen die Wand des Flurs und schlug ein Bild herunter, ein anderes fiel dumpf auf den Haufen Kleidung.

Irina Pawlowna stand am Fenster, die Arme vor der Brust verschränkt, und beobachtete das Geschehen mit dem Blick einer Baustellenleiterin.

Sie half ihrem Sohn nicht, hielt ihn aber auch nicht auf.

Auf ihrem Gesicht lag ein Ausdruck tiefster Zufriedenheit.

— Die Matratze müsste man umdrehen, Dima, — bemerkte sie und strich mit dem Finger über das Kopfteil des Bettes, ehe sie demonstrativ den Staub wegblies.

— Wer weiß, was darauf alles gemacht wurde.

Die Energie hier ist schwer, faulig.

Man wird erstickend schlafen.

Und lüfte, unbedingt lüften.

Hier riecht es nach Stillstand und Misserfolgen.

— Gleich, Mama, wir machen alles, — antwortete Dmitri und zog das Bettlaken mitsamt dem Matratzenschoner herunter.

Die Gummibänder platzten mit einem Knacken und legten die weiße, nackte Matratze frei.

Olga stand in der Tür und war außerstande, sich zu bewegen.

Sie sah zu, wie ihr intimer Raum, ihre Festung, Stein für Stein auseinandergerissen wurde.

Das war schlimmer, als wenn er einfach Geschirr zerschlagen hätte.

Er löschte ihre Anwesenheit aus.

Er vernichtete die Spuren ihrer Existenz in diesem Zimmer.

— Dima, was tust du da? — fragte sie.

Ihre Stimme war fest, doch in ihrem Innern hatte sich alles zu einem eisigen Knoten zusammengezogen.

— Das sind meine Sachen.

Da ist meine Wäsche.

Du hast kein Recht, meine Schränke anzufassen.

— Ich habe das Recht, in diesem Haus alles zu tun, was ich für nötig halte! — bellte er und wandte sich dem riesigen Wandschrank zu.

— Ich muss Platz für Mamas Sachen schaffen.

Sie hat nirgends, wo sie ihre Blusen hinlegen kann.

Sie wird doch nicht aus dem Koffer leben, während du mit deinem Krempel den ganzen Platz einnimmst.

Mit einem Krachen schob er die Türen des Schranks auseinander.

Darin hingen Olgas Kleider, ihre Blusen, ihre Businesskostüme.

Alles war farblich geordnet, ordentlich, mit Liebe aufgehängt.

Dmitri griff tief in den Schrank, packte gleich eine ganze Handvoll Bügel und riss sie heraus.

Plastik und Holz quietschten kläglich.

Er zog einen ganzen Haufen Kleidung heraus und warf alles, ohne zu unterscheiden, was da war — Seide, Wolle oder Kaschmir — in den Flur.

Die Bügel klapperten über das Laminat.

Olgas Lieblingskleid in Schwarz verfing sich mit dem Saum an der Türklinke und hing da wie eine Trauerfahne.

Eine weiße Bluse fiel direkt in die schmutzigen Fußspuren von Dmitris Stiefeln.

— Das sind Wintersachen, Dima! — Olga trat einen Schritt vor und versuchte, seine Hand zu packen.

— Es ist Herbst!

Wohin wirfst du das?

Auf den Boden?

— Es ist mir scheißegal! — er stieß sie mit dem Ellbogen weg und leerte weiter die Regalbretter.

— Kauf Müllsäcke und pack alles ein.

Oder noch besser — nimm alles mit und verschwinde.

Mama braucht Platz.

Mama braucht Freiraum.

— Dieses Fach da räum frei, Sohn, — Irina Pawlowna deutete mit einem manikürten Finger auf ein Regal auf Augenhöhe.

— Hier kann ich bequem meine Medikamente und meine Wäsche aufbewahren.

Bei dieser … hängen hier irgendwelche Spitzen herum.

Nichts als Schamlosigkeit.

Dmitri raffte Olgas Unterwäsche aus der Schublade — Spitzen-Sets, Strümpfe, seidene Morgenmäntel — und schüttete alles wie Abfall oben auf den Kleiderberg im Flur.

— Alles sauber, — meldete er und wischte sich die Hände an der Jeans ab, als hätte er eben etwas Ansteckendes berührt.

— Mama, schau, hier steht auch noch ihre Kosmetik auf dem Schminktisch.

Stört dich das?

Olga richtete den Blick auf ihren Frisiertisch.

Dort standen Tiegel, Parfümflakons, Make-up-Pinsel — ihre kleine Welt der Schönheit, die sie über Jahre gesammelt hatte.

— Natürlich stört mich das, — schnaubte die Schwiegermutter und hob eine teure Creme mit spitzen Fingern hoch.

— Der Gestank davon erfüllt das ganze Schlafzimmer.

Und wozu braucht sie überhaupt so viel Schminke?

Natürliche Schönheit verdirbt man mit nichts, und wenn die Visage schief ist, hilft auch Putz nicht.

Räum das weg, Dima.

Ich muss hier meine Ikonen hinstellen.

Dmitri trat an den Tisch.

Er sortierte nichts aus.

Er stieß einfach den Ellbogen vor und fegte mit einer breiten, ausholenden Bewegung den ganzen Inhalt der Tischplatte auf den Boden.

Das Geräusch war grauenhaft.

Glas zerbrach, Plastik knackte, Lippenstifte und Wimperntusche rollten über das Parkett, Puder stob auseinander und hob eine Wolke beigen Staubs in die Luft.

Der Flakon von Olgas Lieblingsparfüm zerschellte, und augenblicklich füllte ein erstickender, konzentrierter Duft nach Jasmin und Alkohol das Zimmer und vermischte sich mit Schweiß und Aggression.

— So, — sagte Dmitri und sah auf die Scherben zu seinen Füßen.

— Jetzt ist Platz für das Heilige.

Olga betrachtete die Lache aus Parfüm, die sich über das Parkett ausbreitete und in der Glassplitter und verstreute Lidschatten schwammen.

In dieser Lache sah sie das Spiegelbild ihres Lebens mit diesem Menschen — zerbrochen, zertreten, mit Schmutz übergossen.

— Du bist krank, — flüsterte sie.

Das war keine Beschimpfung, sondern eine Feststellung.

— Du bist einfach ein krankes Schwein, Dima.

Du bist kein Sohn, du bist ein Sklave.

— Halt die Klappe! — Er sprang auf sie zu und atmete schwer.

Seine Augen waren leer, glasig.

— Ich setze nur Prioritäten.

Du wolltest Krieg?

Den hast du bekommen.

Mama wird hier leben.

In diesem Zimmer.

Und du, wenn du bleiben willst, wirst auf dem Boden im Wohnzimmer schlafen, weil ich morgen das Sofa rauswerfe, es ist auch alt und quietscht.

Und du wirst Gott danken, dass ich dich nicht sofort in die Kälte hinausgeworfen habe.

— Sohn, reg dich nicht auf, — Irina Pawlowna hatte ihren Koffer bereits wie eine Hausherrin geöffnet und zog einen Stapel ausgewaschener Kissenbezüge mit Blumenmuster heraus.

— Soll sie den Schweinestall im Flur wegräumen.

Und wir beziehen derweil mit sauberer Wäsche.

Mit unserer.

Mit vertrauter.

Olga wich in den Flur zurück.

Sie stand knöcheltief in ihrer Kleidung.

Ringsum lagen Bügel, zerbrochene Kosmetik, zerknüllte Bettwäsche.

Die Wohnung, die sie mit so viel Liebe eingerichtet hatte, war zu einem Schlachtfeld geworden, auf dem die Plünderer bereits den Sieg feierten.

Dmitri schlug die Schlafzimmertür mit voller Wucht vor ihrer Nase zu.

Das Schloss klickte.

Hinter der Tür erklang die Stimme der Schwiegermutter:

— So ist es besser.

Die Luft ist sofort sauberer geworden.

Mach das Fenster auf, Dima, lüfte diesen Geist hinaus.

Olga blieb allein im Halbdunkel des Flurs zurück.

Sie bückte sich langsam und hob ihre Jacke vom Boden auf, die Dmitri gleich zu Beginn des Streits von der Garderobe geworfen hatte.

Sie schüttelte sie aus.

Dann hob sie ihre Tasche auf.

Sie weinte nicht.

Es gab keine Tränen.

Es gab nur das klare, kristallene Verständnis: Das war das Ende.

Keine Pause, kein Streit, keine Krise.

Das war das Finale.

Und sie musste den letzten Schritt tun, um wenigstens die Reste ihrer Selbstachtung zu retten.

Das Klicken des Schlafzimmerschlosses klang wie der Schuss einer Startpistole.

Die Tür flog auf, und auf der Schwelle erschien Dmitri.

Er wirkte zufrieden, als hätte er gerade eigenhändig ein Denkmal errichtet.

Sein Blick glitt über den mit Dingen zugestellten Flur, über das zerbrochene Glas und die Parfümlache und blieb an Olga hängen.

Sie saß nicht in einer Ecke, die Knie an den Körper gezogen.

Sie handelte.

Olga stand über einer großen Sporttasche, die sie vom Zwischengeschoss heruntergeholt hatte.

Methodisch und ohne Hast stopfte sie alles hinein, was ihr aus dem Haufen auf dem Boden in die Hände fiel: Jeans, Pullover, Unterwäsche.

Sie sortierte die Sachen nicht, legte sie nicht ordentlich zusammen.

Sie rettete einfach, was sie in den nächsten Tagen brauchen konnte.

— Oh, packst du schon deine Sachen? — Dmitri grinste und lehnte sich mit der Schulter an den Türrahmen.

— Richtig so.

Hau zu deiner Swetka ab.

Schlaf auf ihrem Klappbett, dann kommst du wieder zu Verstand.

Und morgen kommst du zurück und fängst mit dem Großputz an.

Damit dieser Schweinestall bis zum Mittag glänzt.

Olga zog den Reißverschluss der Tasche zu.

Das Geräusch durchschnitt die Luft.

Sie richtete sich auf, warf sich die schwere Tasche über die Schulter und sah ihren Mann an.

In ihren Augen lag eine so eisige Leere, dass Dmitri sich für einen Moment an seinem Grinsen verschluckte.

— Ich komme nicht zurück, Dima, — sagte sie ruhig.

— Nicht morgen, nicht übermorgen.

Niemals.

— Ach, wirklich? — Er schüttelte mit gespieltem Mitgefühl den Kopf.

— Und wohin willst du gehen?

Wer braucht dich außer mir?

Unfruchtbar, älter werdend und mit so einem Stolz.

Glaubst du, draußen vor der Tür steht eine Schlange von Männern?

Ich habe dich aufgelesen, ich habe dich geschniegelt, ich habe dir ein Leben gegeben.

Aus dem Schlafzimmer lugte Irina Pawlowna hervor.

Sie hatte es bereits geschafft, sich umzuziehen — in Olgas Bademantel, den diese vergessen hatte, vom Haken hinter der Tür zu nehmen.

Der kuschelige Frotteebademantel spannte nun über der massigen Figur der Schwiegermutter und ließ sie wie eine riesige, zufriedene Raupe aussehen.

— Lass sie gehen, Dimotschka, — knarrte sie und richtete den Kragen.

— Sie muss sich abkühlen.

Ihren Hochmut verlieren.

Lass sie auf den Straßen umherlaufen und frieren.

Hunger ist der beste Lehrer der Demut.

Und wir trinken inzwischen Tee.

Ich habe in der Küche Kekse gesehen, hoffentlich sind sie nicht abgelaufen.

— Friss sie, verschluck dich nicht, — warf Olga hin und ging zur Wohnungstür.

Sie stieg über den zerbrochenen Parfümflakon, und die Sohlen ihrer Stiefel knirschten auf dem Glas.

Dmitri zuckte zusammen und stellte sich ihr in den Weg.

Sein Gesicht lief wieder rot an.

— Stehen bleiben! — brüllte er.

— Wie redest du mit meiner Mutter?

Hast du völlig jeden Anstand verloren?

— Sie ist nicht meine Mutter, — Olga blieb einen halben Schritt vor ihm stehen.

— Sie ist eine fremde Frau, die mit deinen Händen mein Leben zerstört hat.

Und du … du bist nur ein Werkzeug.

Ein Hammer in ihren Händen.

— Die Schlüssel! — Dmitri streckte die Hand aus, die Handfläche nach oben.

— Leg die Schlüssel auf den Tisch, sofort!

Ich will nicht, dass du nachts hier hereinschleichst und eine Sabotage veranstaltest.

Oder etwas klaust.

Ich kenne deine Sorte.

Olga griff in die Tasche.

Ihre Finger fanden den Schlüsselbund — die Wohnungsschlüssel, den Briefkastenschlüssel, den Haustürschlüssel.

Das Metall war warm von ihrem Körper.

Sie zog ihn heraus und sah auf den Anhänger — ein kleines Herz, das Dmitri ihr vor drei Jahren zum Jahrestag geschenkt hatte.

Was für eine widerliche Geschmacklosigkeit das doch gewesen war.

— Nimm sie, — sie öffnete die Finger.

Die Schlüssel fielen nicht in Dmitris Hand.

Sie hatte die Finger absichtlich etwas zu früh geöffnet, und der Bund fiel mit einem Klirren direkt in die klebrige, stark riechende Lache aus Parfüm und Scherben auf dem Boden.

— Heb sie auf, — sagte Dmitri leise, und in seiner Stimme lag eine echte Drohung.

— Heb sie auf und gib sie mir in die Hand.

— Heb sie selbst auf, — antwortete Olga und sah ihm in die Augen.

— Du kriechst doch so gern vor Mami.

Dann übe gleich weiter.

Dmitris Gesicht verzerrte sich.

Er holte aus, aber Olga wich nicht zurück.

Sie sah ihn mit einer so offenen Verachtung an, dass seine Hand in der Luft erstarrte.

Sie jetzt zu schlagen hätte bedeutet, seine Ohnmacht einzugestehen.

Er wollte sie moralisch brechen, nicht körperlich.

— Verpiss dich, — zischte er und sprühte dabei Speichel.

— Ich will dich hier nie wieder sehen.

Für mich bist du tot.

Hörst du?

Tot!

Mama ist heilig, und du bist Dreck unter den Fingernägeln.

Die Wahl ist offensichtlich, und sie war nie zu deinen Gunsten.

Niemals.

— Ich weiß, Dima, — nickte Olga.

— Jetzt habe ich es endlich verstanden.

Danke, dass du mir die Augen geöffnet hast.

Sie ging an ihm vorbei und achtete darauf, ihn nicht einmal mit dem Ärmel ihrer Jacke zu berühren.

Sie trat an die Wohnungstür und legte die Hand auf die Klinke.

Hinter ihrem Rücken hörte sie das schwere Atmen ihres Mannes und die schlurfenden Schritte der Schwiegermutter, die in den Flur gekommen war, um den letzten Akt des Schauspiels auszukosten.

— Zieh die Tür hinter dir ordentlich zu! — rief Irina Pawlowna.

— Ich will keinen Luftzug!

Und kontrolliere ihre Tasche, Dima, vielleicht hat sie das Tafelsilber geklaut!

Olga riss die Tür auf.

Das Treppenhaus empfing sie mit Stille und dem Geruch von Tabakrauch.

Dieses gewöhnliche, schmutzige Treppenhaus erschien ihr jetzt wie das Tor zum Paradies.

— Behaltet euer Silber, — sagte sie, ohne sich umzudrehen.

— Ihr werdet es brauchen.

Für die Beerdigung eures Gewissens.

Sie trat hinaus und schlug die Tür mit aller Kraft hinter sich zu.

Das metallische Krachen schnitt sie von ihrer Vergangenheit ab.

Sie hörte, wie direkt hinter der Tür sofort das Schloss auf allen Touren gedreht wurde — Dmitri verriegelte sich, als fürchtete er einen Ansturm von Barbaren.

Olga stand auf dem Betonboden.

Die Tasche zog an ihrer Schulter.

Sie hatte keinen Ort, wohin sie gehen konnte — zu ihrer Freundin zu gehen war ihr peinlich, zu ihren Eltern war es weit.

Doch das spielte keine Rolle.

Zum ersten Mal seit drei Jahren atmete sie tief ein, und die Luft roch nicht nach der Fäulnis von Kompromissen.

Hinter der Tür, in der Wohnung, die sie für ihr Zuhause gehalten hatte, wandte sich Dmitri an seine Mutter.

— Alles gut, Mama, sie ist weg, — sagte er und wischte sich die Hände an der Hose ab, als hätte er gerade schmutzige Arbeit erledigt.

— Jetzt leben wir endlich in Ruhe.

Niemand wird dir mehr die Nerven strapazieren.

— Schon lange überfällig, Sohn, — Irina Pawlowna trat zu ihm und klopfte ihm auf die Schulter.

— Komm, ich schenke dir Tee ein.

Und morgen tauschen wir die Schlösser aus.

Man weiß ja nie, vielleicht hat sie einen Nachschlüssel gemacht.

Von solchen Leuten kann man alles erwarten.

Sie gingen in die Küche und stiegen über Olgas verstreute Sachen, über ihr Leben, das in Müll verwandelt worden war.

Dmitri sah die Schlüssel nicht einmal an, die in der Lache lagen.

Er ging Tee trinken mit seiner Mutter.

Die Familie war wiedervereint.

Der Fremdkörper war entfernt worden.

In der Wohnung herrschte vollkommene, tote Ordnung …