— Was ist das denn für ein Unsinn?..
Auf dem Bildschirm des Laptops, der im Halbdunkel der Küche mit kaltem blauem Licht leuchtete, erschien zum dritten Mal die rote Benachrichtigung: „Nicht genügend Guthaben, um die Transaktion durchzuführen“.

Alina starrte stumpf auf den blinkenden Cursor und spürte, wie sich tief in ihrem Bauch, irgendwo unter den Rippen, das Kind wie ein schwerer Stein bewegte.
Der achte Monat fiel ihr nicht leicht: Die Beine waren geschwollen, der Rücken schmerzte bei jedem längeren Sitzen, und jetzt auch noch dieser dumme Bankfehler.
Sie rieb sich die Schläfen, versuchte die Übelkeit zu vertreiben, und drehte den Kopf zu ihrem Mann.
Roman saß ihr gegenüber und scrollte träge durch den Nachrichtenfeed auf seinem Handy.
Vor ihm stand eine Tasse mit halb ausgetrunkenem Kaffee, und er wirkte vollkommen gelassen, als bestünde die Welt um ihn herum aus weicher Watte und Stabilität.
— Rom, mit unserem Sparkonto stimmt etwas nicht, — sagte Alina und bemühte sich, dass ihre Stimme ruhig klang.
— Ich versuche, die Lieferung von Kinderbett und Kommode zu bezahlen, aber die Bank lehnt es ab.
Überweis mir zweihunderttausend auf meine Karte, dann schließe ich die Bestellung ab, solange der Rabatt noch gilt.
Roman hob nicht sofort den Kopf.
Langsam strich er mit dem Finger über den Bildschirm, hielt für eine Sekunde den Atem an wie ein Taucher vor einem Sprung ins eiskalte Wasser und legte erst dann das Handy beiseite.
In seinem Blick lag weder Angst noch Schuld, eher die müde Entschlossenheit eines Menschen, der einem unvernünftigen Kind komplizierte Dinge erklären muss.
— Ich kann nichts überweisen, Alin, — sagte er ruhig.
— Das Konto ist leer.
Alina blinzelte.
Die Bedeutung seiner Worte drang nur langsam zu ihr durch, wie ein Geräusch durch dickes Wasser.
— Wie bitte — leer? — sie drehte sich mit dem ganzen Körper zu ihm um, und der Stuhl unter ihr quietschte unangenehm.
— Da waren achthundertfünfzigtausend.
Mein Mutterschaftsgeld, deine Prämie, alles, was wir ein halbes Jahr lang zurückgelegt haben.
Wo ist das Geld hin?
Wurden wir gehackt?
— Niemand hat uns gehackt.
Ich habe das Geld überwiesen, — Roman nahm die Tasse und trank einen Schluck, obwohl der Kaffee längst kalt war.
— Jana hat die Bestätigung über den Zahlungseingang bekommen.
Das Central Saint Martins College of Art and Design.
Du weißt doch, dass sie seit der neunten Klasse davon geträumt hat.
Die Fristen wurden knapp, der erste Studienabschnitt und die Unterkunft mussten bezahlt werden, sonst wäre der Platz weg gewesen.
In der Küche wurde es ganz still.
Der Kühlschrank summte, draußen rauschten die Reifen vorbeifahrender Autos, aber für Alina verschwanden all diese Geräusche.
Es blieb nur ihr Mann, der ihr in seinem T-Shirt gegenübersaß und über ein College in London sprach, als ginge es um den Kauf von Brot.
— Du hast das Geld für das College ausgegeben? — fragte sie nach und spürte, wie ihre Finger kalt wurden.
— Alles?
Roma, ich bringe in drei Wochen unser Kind zur Welt.
Wir haben nichts gekauft außer einer Packung Windeln.
Wir haben es doch besprochen: Kinderbett, Kinderwagen, Vertrag mit der Entbindungsklinik.
Woran hast du bitte gedacht?
— Ich habe an die Zukunft meiner Tochter gedacht, — schnitt er hart ab, und in seiner Stimme klangen belehrende Noten an.
— Alina, begreif doch, es geht um London.
Das ist eine Chance, die man nur einmal im Leben bekommt.
Jana ist talentiert, ich konnte nicht zulassen, dass sie hier auf irgendeiner Managementfakultät verkümmert, nur weil wir noch einen weiteren Haufen Plastik kaufen müssen.
— Ein Haufen Plastik? — Alina stand auf.
Der schwere Bauch behinderte sie, aber die Wut gab ihr Kraft.
— So nennst du die Sachen für unseren Sohn?
Worauf soll ich ihn denn legen?
In einen Schuhkarton?
Womit soll ich ihn füttern, wenn ich keine Milch habe?
Hast du überhaupt eine Ahnung, wie viel ein Kind heute kostet?
Roman verzog das Gesicht, als hätte er Zahnschmerzen.
— Dramatisier nicht.
Einem Säugling ist es völlig egal, worin er liegt.
An jeder Ecke werden Sachen verschenkt.
Geh auf Kleinanzeigen, da gibt es massenhaft Angebote.
Kinderwagen, Badewannen — die Leute benutzen das ein paar Monate und verkaufen es dann für ein paar Groschen.
Warum brauchen wir einen neuen italienischen Kinderwagen für hunderttausend, wenn man einen vernünftigen gebrauchten für fünf bekommen kann?
Das sind doch bloß Statussymbole, Alina.
Aber Janas Ausbildung ist eine Investition.
Er sagte das mit einer solchen Überzeugung, mit einem so heiligen Glauben an seine eigene Rechtmäßigkeit, dass Alina ihn am liebsten geschlagen hätte.
Nicht ins Gesicht, nein — mit etwas Schwerem gegen diese undurchdringliche Rüstung der Selbstzufriedenheit.
— Also so leben wir jetzt, — sagte sie langsam und stützte sich mit beiden Händen auf den Tisch.
— Genau so!
— Du hast das Studium deiner Tochter in London bezahlt, und mir schlägst du vor, einen Kinderwagen auf Kleinanzeigen zu kaufen, weil das Budget aufgebraucht ist?
„Dort geht es um Prestige, und hier werden wir eben verzichten“?
Ich werde mein Kind nicht um alles bringen, nur wegen deiner Ambitionen dort!
Für uns bist du bankrott, aber für sie Millionär?
Raus aus meinem Haus!
— Warum verdrehst du denn alles so? — Roman seufzte und zeigte mit seiner ganzen Haltung, wie schwer es ihm fiel, mit ihr zu sprechen.
— Jana ist meine Tochter.
Ich trage Verantwortung für sie.
Sie ist neunzehn, das ist der Start ins Leben.
Und unser Kleiner braucht im Moment nur deine Brust und Wärme.
Wir schaffen das schon.
Nächsten Monat bekomme ich mein Gehalt, dann kaufen wir das Nötigste.
Man muss einfach Prioritäten setzen.
— Prioritäten? — Alina lächelte, und dieses Lächeln war furchteinflößend.
— Du hast deinem ungeborenen Sohn Geld gestohlen, damit deine Exfrau vor ihren Freundinnen prahlen kann, dass ihre Tochter in England studiert.
Hast du mich überhaupt gefragt?
Das war auch mein Geld, Roman!
Mein Mutterschaftsgeld!
— Ich gebe dir dein Mutterschaftsgeld zurück! — erhob er die Stimme und verlor zum ersten Mal die Beherrschung.
— Warum zählst du hier jeden Cent?
Sind wir eine Familie oder eine Aktiengesellschaft?
Ja, ich habe die Entscheidung getroffen.
Eine Entscheidung als Mann.
Ich werde mein Kind nicht um alles bringen wegen deiner Ambitionen dort, in deinem Kopf, wo immer alles „wie bei den Leuten“ und geschniegelt sein muss!
Er sprang auf und begann nervös in der kleinen Küche auf und ab zu gehen.
— Du bist einfach egoistisch, Alina.
Du denkst nur daran, wie man ein Baby hübscher anzieht.
Aber dort entscheidet sich das Schicksal eines Menschen!
Visum, Flug, Wohnheim — hast du überhaupt eine Ahnung, was das beim jetzigen Wechselkurs kostet?
Ich habe alles bis auf den letzten Cent ausgeräumt, ich musste sogar die Kreditkarte ausreizen, damit sie fürs Erste genug hat.
Alina sah ihn an und sah vor sich einen völlig fremden Menschen.
Dieser Mann, mit dem sie drei Jahre gelebt hatte, auf den sie nach der Arbeit gewartet hatte, dem sie die Hemden gebügelt hatte, hatte sich plötzlich in einen karikaturhaften Wohltäter verwandelt.
Er fühlte sich wie ein Held, ein Retter, ein Mäzen.
— Für uns bist du bankrott, aber für sie Millionär, — sagte sie leise, aber deutlich.
— Du hast nicht nur die Konten leergeräumt.
Du hast auch meinen Respekt vor dir ausgeräumt.
— Ach komm, lass das Pathos, — winkte Roman ab.
— Du wirst dich schon wieder beruhigen.
Wir bekommen das Kind, ziehen es groß, und später lachen wir noch über diese Situation.
Dann trägt es eben ein paar Monate gebrauchte Sachen, davon geht es nicht kaputt.
Dafür hat seine Schwester dann ein europäisches Diplom.
Du solltest stolz sein, dass dein Mann solche Kinder hat, statt hier so einen Aufstand zu machen.
— Aufstand? — Alina richtete sich zu voller Größe auf.
Der Bauch spannte sich, die Haut juckte, aber in ihr wurde plötzlich alles kalt und klar, wie in einem Operationssaal.
— Gut.
Wenn du meinst, dass es ein Grund zum Stolz ist, die eigene Frau kurz vor der Geburt ohne einen Cent zurückzulassen, nur wegen der Laune einer erwachsenen Göre, dann haben wir nichts mehr miteinander zu besprechen.
— Und was willst du tun? — Roman verschränkte die Arme vor der Brust und sah von oben auf sie herab.
— Mir verbieten, im Schlafzimmer zu schlafen?
— Nein, — Alina ging zum Fenster und riss den Griff herunter, sodass eisige Luft hereinströmte, um den Geruch seines teuren Parfums zu vertreiben, für den er offenbar Geld gehabt hatte.
— Raus aus meinem Haus.
— Was? — Roman verschluckte sich fast vor Luft.
— Meinst du das jetzt ernst?
Wegen Geld?
— Raus.
Aus.
Meinem.
Haus, — sagte sie abgehackt und drehte sich zu ihm um.
In ihren Augen waren keine Tränen, nur stählerner Glanz.
— Pack deine Sachen und verschwinde nach London.
Oder zu deiner Ex.
Wohin du willst.
Aber in einer Stunde will ich dich hier nicht mehr sehen.
Roman rührte sich nicht vom Fleck.
Er grinste nur schief und griff wieder nach dem Handy, als wären die Worte seiner Frau eine lästige Fliege, die man einfach wegwedeln kann.
Seine Überzeugung von seiner eigenen Unersetzlichkeit war so monumental, dass selbst der direkte Befehl zu verschwinden diese Rüstung nicht durchdringen konnte.
— Alin, hör auf mit der Hysterie, — zog er träge, ohne sie anzusehen.
— Du darfst dich nicht aufregen.
Jetzt steigerst du dich nur hinein, dann steigt dein Blutdruck.
Leg dich lieber hin, ich spüle selbst das Geschirr.
Morgen reden wir, wenn du dich beruhigt hast und aufgehört hast, Unsinn von Rausschmiss zu reden.
Alina ging schweigend an ihm vorbei ins Schlafzimmer.
Eine Minute später kamen von dort Geräusche, die unmöglich zu verwechseln waren: das Rascheln einer geöffneten Ablage ganz oben im Schrank und der dumpfe Schlag von etwas Schwerem auf den Boden.
Roman spannte sich an, legte das Handy weg und ging langsam ins Zimmer.
Mitten im Schlafzimmer, direkt auf dem weichen Teppich, lag sein großer Reisekoffer — genau der, mit dem sie vor einem Jahr in die Türkei geflogen waren.
Alina öffnete methodisch und ohne überflüssige Hast die Schranktüren und nahm seine Sachen heraus.
Die Abteilung mit den Hemden, das Fach mit den Jeans, die Schublade mit der Unterwäsche.
Sie warf die Kleidung nicht herum, zerriss sie nicht und zerknüllte sie nicht.
Sie verlagerte sein Eigentum einfach vom Schrank in den Koffer und handelte mit der Effizienz eines Sortierroboters.
— Was tust du da? — Roman blieb im Türrahmen stehen und spürte, wie ihm unangenehme Kälte über den Rücken lief.
— Alina, leg das Hemd hin.
Das ist Henderson, das verknittert.
— Dann bügelst du es eben an deinem neuen Wohnort, — antwortete sie ruhig, ohne ihre Tätigkeit zu unterbrechen.
— Oder du bittest Marina darum.
Sie ist doch laut dir eine heilige Frau, sie wird alles verstehen und deine Heldentat zu schätzen wissen.
Dann soll sie eben auch deinen Haushalt übernehmen.
— Du bist wegen deiner Hormone völlig durchgedreht! — brüllte er, stürzte auf sie zu und versuchte, ihr den Stapel T-Shirts aus den Händen zu reißen.
— Das ist auch meine Wohnung!
Wir leben hier seit drei Jahren!
Du hast nicht das Recht, mich wie einen Hund auf die Straße zu setzen!
Alina trat scharf einen Schritt zurück und zog die Hände an die Brust, damit er nicht versehentlich ihren Bauch streifte.
Ihr Blick wurde schwer und stechend.
— Deine Wohnung? — fragte sie in eisigem Ton.
— Roman, lass uns ohne Illusionen reden.
Diese Wohnung habe ich von meiner Großmutter geerbt.
Bist du hier gemeldet?
Nein.
Hast du dich an der Renovierung beteiligt?
Nein, du hast immer nur für dein „Sicherheitskissen“ gespart, das heute nach London geflogen ist.
Du bist hier einfach nur ein Gast, der zu lange geblieben ist.
Und der aufgehört hat, für seine Unterkunft zu zahlen.
— Ach, so reden wir jetzt also? — Romans Gesicht bekam rote Flecken.
— Für dich war ich also nur ein Untermieter mit Befruchtungsfunktion?
Dann waren all diese Worte von Liebe, von Familie also gelogen?
Sobald Schwierigkeiten auftauchen, sobald ich einmal wie ein echter Mann handle und meiner älteren Tochter helfe, zeigst du sofort dein wahres Gesicht?
Berechnend, materialistisch…
— Halt den Mund, — unterbrach Alina ihn.
— Materialistisch bin hier nicht ich.
Materialistisch bist du.
Du hast deine psychologischen Probleme auf meine Kosten gelöst.
Du hast dir den Titel „Vater des Jahres“ gekauft, indem du mich und dein zweites Kind bestohlen hast.
Du willst für diejenigen gut sein, die dich schon einmal aus ihrem Leben gestrichen haben, und spuckst auf die, die an deiner Seite waren.
Das sind keine Schwierigkeiten, Roma.
Das ist Verrat.
Und mit Verrätern lebe ich nicht unter einem Dach.
Sie warf den Stapel T-Shirts direkt in das geöffnete Innere des Koffers.
— Du hast zehn Minuten.
Wenn du deine Sachen nicht selbst packst, rufe ich Träger, und sie werfen dein Zeug auf den Müll.
Glaub mir, Geld auf der Karte habe ich nicht, aber dafür leihe ich es mir von den Nachbarn.
Mit größtem Vergnügen.
Roman sah sie an und begriff: Sie machte keine Witze.
In dieser kleinen Frau mit dem riesigen Bauch war plötzlich ein solcher eiserner Wille erwacht, von dessen Existenz er nichts geahnt hatte.
Es kränkte ihn bis zu Tränen.
Er — das Opfer der Umstände, er hatte das Letzte gegeben, er hatte nobel gehandelt, und nun zog man ihn wegen eines blöden Kinderwagens durch den Dreck.
— Gut, — presste er durch die Zähne und spürte, wie gerechter Zorn in ihm hochkochte.
— Gut.
Ich gehe.
Aber du wirst es bereuen, Alina.
Du wirst zu mir zurückgekrochen kommen, wenn du merkst, dass du allein mit einem Säugling nicht überleben kannst.
Aber ich werde nicht vergessen, wie du mich nachts vor die Tür gesetzt hast.
Er begann hektisch, seine Sachen zusammenzuraffen, ohne sich darum zu kümmern, ob sie zerknitterten oder nicht.
Der teure Laptop, Ladegeräte, Rasierer, sein Lieblingsparfum — alles flog durcheinander in die Tasche.
Er packte demonstrativ, ließ Schubladen laut zuschlagen und hoffte, sie würde ihn aufhalten, weinen, sich entschuldigen.
Aber Alina stand am Fenster und starrte in die Dunkelheit des Hofes, ohne auch nur den Kopf zu drehen.
— Die Schlüssel auf die Kommode, — sagte sie, als er den Reißverschluss des Koffers zuzog.
Roman schleuderte den Schlüsselbund mit lautem Krachen auf die Kommode.
Das Metall klirrte und hinterließ einen Kratzer auf der polierten Oberfläche, aber es war ihm egal.
— Ich fahre zu Marina, — verkündete er laut, während er sich im Flur die Jacke anzog.
— Zu Menschen, die wissen, was Dankbarkeit ist.
Jana hat meine Tat zu schätzen gewusst.
Marina wird sie auch zu schätzen wissen.
Und du… du bist einfach nur eine Spießerin, Alina.
Engstirnig und gierig.
Bleib bei deinen Kinderwagen.
— Leb wohl, Roma, — kam es aus dem Schlafzimmer.
Keine Wut, kein Bedauern.
Nur Müdigkeit.
Er trat auf den Treppenabsatz hinaus und zog den schweren Rollkoffer hinter sich her.
Die Tür fiel sofort hinter ihm ins Schloss, und gleich darauf klickte das Schloss — zweimal.
Dieses trockene metallische Geräusch traf seinen Stolz stärker als jedes Wort.
Draußen auf der Straße atmete Roman die kalte Herbstluft ein.
In seiner Tasche vibrierte das Handy — Benachrichtigungen über die Abbuchung für das Taxi, das er gerufen hatte.
Geld war kaum noch da, aber er bestellte „Comfort Plus“.
Er hatte nicht vor, wie ein geprügelter Hund zur Exfrau zu fahren.
Er fuhr wie ein Sieger, wie ein Retter der Familie, der von seiner jetzigen Geliebten nur vorübergehend missverstanden wurde, aber sicher war, dass man ihn dort, wo man so viele Hoffnungen und Finanzen in ihn investiert hatte, mit offenen Armen empfangen würde.
„Schon gut“, dachte er, als er die näher kommenden Scheinwerfer des Wagens sah.
„Ich komme jetzt an und erzähle Marinka alles.
Sie ist eine kluge, erfahrene Frau.
Wir werden zusammen über diese Närrin lachen.
Vielleicht bleibe ich sogar ein paar Tage bei ihnen, bis ich eine Wohnung finde.
Schließlich habe ich Janas London bezahlt, sie sind mir jetzt bis ans Lebensende etwas schuldig.
Ich habe ein Recht auf Gastfreundschaft.“
Er stieg ins Auto, nannte die Adresse, die er seit fünf Jahren nicht mehr besucht hatte, und lehnte sich in den Sitz zurück.
Vor ihm lag das Treffen mit der Vergangenheit, die, wie er glaubte, sehnsüchtig auf ihn wartete.
Schließlich hatte er sich mit einem Scheck über fünf Nullen das Recht auf Liebe gekauft.
Wie hätte es anders sein können?
Das Taxi hielt vor einem hohen Backsteinhaus mit umzäuntem Gelände — genau jenem Haus, in dem Roman einst seine erste Familie, die Wohnung und, wie ihm damals schien, ein Stück seines Herzens zurückgelassen hatte.
Nachdem er den Fahrer bezahlt hatte, zog er den Koffer aus dem Kofferraum und rollte entschlossen zum Eingang.
Den Code der Gegensprechanlage kannte er auswendig, seine Finger tippten die vertraute Kombination von selbst ein.
Das Schloss piepte, und die schwere Tür öffnete sich bereitwillig, als würde sie den verlorenen Vater nach Hause einladen.
Im Aufzug strich Roman sich vor dem Spiegel die zerzausten Haare glatt.
Er sah müde aus, aber in seinen Augen brannte das Feuer der Vorfreude.
Gleich würde er Jana sehen, die Freude in Marinas Augen.
Natürlich war das Zusammenleben mit der Exfrau keine ideale Lösung, aber angesichts seiner großherzigen Tat mit der Bezahlung des Colleges konnten sie ihm eine Unterkunft auf Zeit einfach nicht verweigern.
Schließlich war er jetzt der Hauptsponsor ihrer glücklichen Zukunft.
Er drückte auf die Klingel und setzte ein feierliches Lächeln auf.
Hinter der Tür waren Schritte zu hören — schwer, sicher, ganz und gar nicht weiblich.
Roman runzelte die Stirn.
Das Schloss klickte, die Tür ging auf, und das Lächeln glitt ihm aus dem Gesicht wie alte Farbe.
Auf der Schwelle stand ein fremder Mann.
Er war ungefähr im gleichen Alter wie Roman, wirkte aber deutlich gepflegter: teures Haus-T-Shirt, Sporthose, an den Füßen weiche Hausschuhe.
In der Hand hielt er einen angebissenen Apfel und sah den Gast mit dem Koffer höflich verwundert an.
— Wen suchen Sie? — fragte der Mann, ohne Anstalten zu machen, zur Seite zu treten.
— Ich möchte zu Marina.
Oder zu Jana, — murmelte Roman verwirrt und kam sich vor wie ein Vertreter, der sich im Stockwerk geirrt hatte.
— Ich bin Janas Vater.
Und wer sind Sie eigentlich?
— Igor, — stellte sich der Mann kurz vor und biss in den Apfel.
— Marin! Hier ist jemand für dich.
Offenbar der Ex.
Im Inneren der Wohnung, im hellen Flur, in dem es nach teurem Parfum und frisch gebrühtem Kaffee roch, erschien Marina.
Sie sah großartig aus: Seidenmorgenmantel, perfektes Styling, ein ruhiger, satt zufriedener Ausdruck im Gesicht.
Als sie Roman mit dem Koffer sah, hob sie nur überrascht die Augenbrauen, aber in ihrem Blick lag keine Spur von der Wärme, auf die er gehofft hatte.
— Roma? — sie verschränkte die Arme vor der Brust.
— Was machst du hier um elf Uhr nachts?
Wir bereiten uns eigentlich darauf vor, uns auszuruhen.
— Ich wollte meine Tochter sehen, — Roman versuchte, sich an Igor vorbeizudrängen, aber der stand im Türrahmen wie ein Fels.
— Und mit dir reden.
Es ist dringend.
— Dann rede hier, — sagte Marina kalt und machte keine einladende Geste.
— Jana ist beschäftigt, sie packt ihre Sachen.
Übermorgen geht ihr Flug, du verstehst ja — Nerven, Vorbereitungen.
Sie hat jetzt wirklich keine Zeit für deine Besuche.
Roman spürte, wie ihm ein Kloß der Kränkung in den Hals stieg.
Er stand auf der Fußmatte vor einer Tür, die er einst selbst gekauft hatte, vor einer Frau, der er die Hälfte seines Lebens gegeben hatte, und man hielt ihn im Hausflur wie einen Kurier auf.
— Marin, du verstehst nicht, — sagte er leiser und schielte auf den Apfel kauenden Igor.
— Ich habe Probleme.
Alina… na ja, wir haben uns gestritten.
Heftig.
Ich bin gegangen.
Ich brauche für ein paar Tage einen Platz zum Unterkommen, bis ich eine Wohnung finde.
Ich dachte, da ich Jana das Studium bezahlt habe…
Marina fiel ihm mit einem kurzen, bellenden Lachen ins Wort.
Sie tauschte einen Blick mit Igor, und in diesem Blick lag so viel herablassende Verachtung, dass Roman am liebsten im Betonboden versunken wäre.
— Warte mal, — sagte sie und machte einen Schritt nach vorn, blieb aber bewusst hinter der Schwelle.
— Meinst du das ernst?
Du stehst mit einem Koffer vor meiner Tür, weil dich deine schwangere Frau rausgeworfen hat, und erwartest, dass ich dir im Wohnzimmer ein Bett mache?
Roma, hast du den Kopf angeschlagen?
— Ich habe Janas College komplett bezahlt! — explodierte Roman, und seine Stimme hallte durchs Treppenhaus.
— Ich bin für unsere Tochter ohne einen Cent geblieben!
Ich habe meine Familie für ihre Zukunft geopfert!
Verdiene ich da nicht wenigstens ein Mindestmaß an menschlichem Verhalten?
Lasst mich einfach eine Nacht hier schlafen!
Igor hörte auf zu kauen und sah Roman aufmerksam an.
In seinem Blick lag keine Aggression, nur derselbe Ekel, mit dem man einen Betrunkenen ansieht, der in eine Pfütze gefallen ist.
— Hör zu, Freund, — sagte Igor ruhig.
— Dass du deinem Kind Geld fürs Studium gegeben hast, ist deine Pflicht.
Nach dem Gesetz und nach dem Gewissen.
Du hast keine Heldentat vollbracht, du hast nur deine Vaterpflicht erfüllt, die du die letzten drei Jahre vergessen hast.
Das gibt dir nicht das Recht, in ein fremdes Haus einzudringen und ein Schlaflager zu verlangen.
Hier lebt meine Familie.
Und für dich ist hier kein Platz.
— Deine Familie? — Roman rang nach Luft vor Empörung.
— Das ist meine Tochter!
Das ist meine Exfrau!
— Exfrau, — wiederholte Marina mit Nachdruck.
— Das ist das entscheidende Wort — Exfrau.
Roma, ich habe mein eigenes Leben.
Igor hat sein eigenes Leben.
Wir leben seit einem Jahr zusammen.
Hast du wirklich gedacht, wir säßen hier und warteten darauf, dass du wie ein Ritter auf weißem Pferd auftauchst, nur eben ohne Pferd und ohne Geld?
— Aber ich habe doch geholfen…
Ich habe doch alles gerettet…
Jana hat doch davon geträumt… — Roman begann zu stottern und verlor den Boden unter den Füßen.
Seine ganze heldenhafte Aura schmolz vor seinen Augen dahin und verwandelte sich in eine jämmerliche Pfütze.
— Du hast das Geld gegeben, weil du dein Ego streicheln wolltest, — sagte Marina hart und sah ihm direkt in die Augen.
— Du warst schon immer so.
Dir ist wichtig, cool zu wirken, für andere ein „Millionär“ zu sein und Staub in die Augen zu streuen.
Dass du dabei deine neue Frau mit dickem Bauch sitzen gelassen hast — das sind deine Probleme.
Sie gehen mich nichts an.
Und zieh Jana da nicht mit hinein.
Sie braucht jetzt vor London positive Stimmung und nicht den Anblick eines Vater-Versagers, der um ein Plätzchen auf dem Teppich bittet.
— Jana! — rief Roman über Marinas Schulter hinweg, in der Hoffnung, dass seine Tochter ihn hören würde.
— Jana, komm raus!
Sag es ihnen!
— Hör auf zu schreien, — Igor trat vor und schob Roman mit der Brust leicht an, sodass dieser ins Schwanken geriet und beinahe über seinen Koffer gestolpert wäre.
— Du weckst noch die Nachbarn.
Man hat dir auf Russisch deutlich gesagt: Geh.
Das Geld geben wir dir nicht zurück, es ist schon auf den Konten des Colleges.
Zum Wohnen hast du hier keinen Platz.
Das ist keine Unterkunft für Exmänner.
— Ihr… ihr seid einfach Monster, — flüsterte Roman und spürte, wie seine Hände zitterten.
— Ich komme mit ganzer Seele zu euch…
Ich habe das Letzte gegeben…
— Du hast nicht das Letzte gegeben, — bemerkte Marina kühl und legte die Hand auf die Türklinke.
— Du hast etwas gegeben, das nicht dir gehörte.
Etwas, das deinem zukünftigen Kind zustand.
Und du dachtest, wir würden dir dafür die Füße küssen?
Falsche Adresse, Roma.
Fahr ins Hotel.
Ach ja, du hast ja kein Geld mehr.
Dann eben zum Bahnhof.
Dort ist es warm.
— Hau ab, Held, — ergänzte Igor.
Die Tür schlug Roman vor der Nase zu.
Das Schloss klirrte.
Er blieb im leeren, grell beleuchteten Flur stehen und starrte auf die teure Türverkleidung.
Hinter der Tür war zu hören, wie Marina etwas sagte und Igor leise lachte.
Roman schlug mit der Faust gegen die Wand.
Ein stechender Schmerz schoss durch seine Knöchel, doch er war nichts im Vergleich zu der Demütigung, die ihn von innen verbrannte.
Er stand allein da, mit einem riesigen Koffer voller unnötiger Dinge, im Hausflur eines Hauses, in dem niemand auf ihn gewartet hatte.
All seine Fantasien von Dankbarkeit und Wiedervereinigung waren am Alltag von Menschen zerbrochen, denen er nur als Geldautomat nützlich gewesen war.
Der Geldautomat hatte Geld ausgegeben und war kaputtgegangen.
Und kaputte Geräte wirft man weg.
Roman ging nicht.
Er konnte seine Beine einfach nicht dazu bringen, sich vom Fleck zu bewegen, als wären die Sohlen seiner Schuhe mit dem gefliesten Boden verwachsen.
In seinem Kopf klingelte noch immer die Demütigung, aber noch lauter sprach die Stimme seines verletzten Stolzes.
Er konnte nicht glauben, dass seine „Investition“ in einem solchen Zusammenbruch geendet hatte.
Das musste ein Irrtum sein, ein Missverständnis.
Marina war einfach aufgebracht, Igor eifersüchtig, aber Jana… Jana war sein Blut, sein Stolz.
Sie konnte nicht so mit ihm umgehen.
Er drückte erneut auf die Klingel.
Lang, hartnäckig, so fest, dass der Plastikknopf beinahe krachte.
Dann hämmerte er mit der Faust gegen das Metall.
— Jana! — schrie er, ohne sich um das Echo zu kümmern.
— Jana, komm zu deinem Vater raus!
Ich weiß, dass du da bist!
Hab wenigstens ein Gewissen, ich bin wegen dir ohne Hose geblieben!
Hinter der Tür waren Bewegung und gedämpfte Stimmen zu hören, und nach einer Minute klickte das Schloss erneut.
Die Tür ging auf, aber nur einen Spalt, gerade breit genug, damit er das Gesicht seiner Tochter sehen konnte.
Jana stand im Türrahmen, trug ein stylisches Sweatshirt, das er im letzten Monat bezahlt hatte, und hielt ein Smartphone in der Hand, auf dessen Bildschirm ein unfertiger Chat leuchtete.
In ihren Augen war weder Freude noch Mitgefühl — nur angewiderte Gereiztheit, wie man sie einem aufdringlichen Betrunkenen in der U-Bahn entgegenbringt.
— Papa, warum schreist du hier herum? — presste sie hervor, ohne das Telefon zu senken.
— Weißt du eigentlich, wie spät es ist?
Die Nachbarn rufen gleich die Polizei, brauchst du das?
— Jana… — Roman trat einen Schritt auf sie zu und streckte die Hände nach ihr aus wie ein Bettler nach Almosen.
— Kind, verstehst du überhaupt, was los ist?
Alina hat mich rausgeworfen.
Ganz.
Wegen des Geldes, das ich dir überwiesen habe.
Ich stehe auf der Straße, Jana.
Mit einem Koffer.
Lass mich wenigstens eine Nacht auf dem Sofa in der Küche schlafen.
Ich habe nirgendwohin.
Jana seufzte schwer und verdrehte die Augen, als wäre das Gespräch mit ihm eine unzumutbare Last.
— Papa, was für Übernachtungen denn?
Hier liegen überall meine Koffer herum, morgen ist meine Abschiedsparty mit Freunden, hier ist kein Platz zum Atmen.
Mama ist sowieso schon angespannt.
Warum hast du Alina überhaupt gesagt, dass du das ganze Geld abgegeben hast?
Hättest du ihr doch irgendetwas vorgelogen.
Du bist doch ein erwachsener Mann, du musst deine Familienprobleme selbst regeln können.
Roman erstarrte.
Die Worte blieben wie ein stacheliger Kloß in seinem Hals stecken.
Er sah seine Tochter an — genau die, deretwegen er seine schwangere Frau verraten hatte — und vor ihm stand ein völlig fremdes, zynisches Wesen.
— Ich konnte es nicht verschweigen… Die Karte war leer, Jana!
Ich habe dir alles gegeben!
Achthunderttausend!
Ich habe deinen Bruder ohne Kinderwagen und ohne Bett gelassen, damit du in London wie ein Mensch leben kannst! — seine Stimme überschlug sich fast zu einem Kreischen.
— Und du sagst mir „Regel das selbst“?
Ich habe alles für deinen Traum geopfert!
— Hör zu, tu nicht so, als wärst du ein Märtyrer, — verzog Jana das Gesicht.
— Du hast mein Studium bezahlt.
Danke, natürlich.
Aber das ist deine Pflicht.
Du bist mein Vater.
Du hast zehn Jahre lang lächerlich kleine Unterhaltszahlungen von deinem „offiziellen“ Gehalt gezahlt, während Mama mich allein großgezogen hat.
Und jetzt gibst du einmal richtig Geld aus und erwartest, dass wir dir ein Denkmal errichten?
Dieses Geld reicht übrigens gerade so.
Mama hat gesagt, dass ich dort kaum genug zum Leben haben werde, ich werde sparen müssen.
Also erzähl mir hier nichts von Millionen.
— Ich stehe auf der Straße… — flüsterte Roman und spürte, wie der Boden unter ihm verschwand.
— Jana, ich bin dein Vater.
Ich stehe hier mit einem Koffer vor dir, mir ist kalt und ich kann nirgendwohin.
Tut dir das denn gar nicht leid?
Jana sah ihn an, dann auf das Telefon, auf dessen Bildschirm eine neue Nachricht aufleuchtete.
— Papa, das ist deine Entscheidung, — sagte sie kalt.
— Du hast diese Frau selbst gewählt, du hast mit ihr selbst ein Kind gezeugt, du hast das Budget selbst nicht berechnet.
Warum soll ich mit meinem Komfort für deine Fehler bezahlen?
Wenn dich deine Frau rausgeworfen hat, dann hast du es wohl selbst so weit kommen lassen.
Ein Mann muss Probleme lösen und nicht sie seiner Tochter kurz vor dem Abflug aufbürden.
Geh in ein Hostel.
Wo ist das Problem?
In diesem Moment tauchte hinter Jana Igor auf.
Er legte ihr eine Hand auf die Schulter und schob das Mädchen sanft tiefer in die Wohnung hinein.
— Alles, die Audienz ist beendet, — sagte er hart.
— Jana, geh in dein Zimmer.
Und du, Held, nimm deine Sachen und verschwinde.
Wenn du noch einmal klingelst, werfe ich dich samt Koffer die Treppe runter.
Und glaub mir, das mache ich mit Vergnügen.
— Jana! — rief Roman in seiner letzten Hoffnung.
Aber die Tochter drehte sich nicht einmal um.
Sie tippte bereits etwas in ihr Handy ein und ging zurück in ihr helles, von ihm bezahltes Leben.
Die Tür schlug endgültig zu.
Der dumpfe Schlag des Metalls schnitt Roman von einer Vergangenheit ab, in die er so töricht seine Gegenwart investiert hatte.
Er blieb allein im hallenden Treppenhaus zurück.
Die Stille drückte auf seine Ohren.
Roman ging langsam zu seinem Koffer, zog den ausziehbaren Griff heraus.
Er fühlte sich eisig an.
Er schleppte sich zum Aufzug und kam sich vor wie eine leere, ausgeweidete Schaufensterpuppe.
Draußen setzte er sich auf eine Bank vor dem Haus.
Der Herbstwind kroch ihm bis auf die Knochen, aber Roman spürte die Kälte nicht.
Mit zitternden Fingern zog er das Handy heraus.
Auf dem Bildschirm leuchtete eine ungelesene Nachricht von der Bank: „Transaktion abgelehnt.
Nicht genügend Guthaben.“
Er öffnete den Messenger und suchte Alinas Kontakt.
Es gab kein Profilbild mehr.
Statt des fröhlichen Fotos, auf dem sie beide vor dem Meer lächelten, war nur noch eine graue, gesichtslose Silhouette zu sehen.
Auch der Status „zuletzt online“ war verschwunden.
Er versuchte anzurufen.
Kurze Freizeichen.
Abgewiesen.
Noch einmal.
Wieder abgewiesen.
Und schließlich eine mechanische Stimme: „Der Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar oder hat Sie blockiert.“
Roman senkte das Handy.
Er sah zu den dunklen Fenstern des Hauses seiner Exfrau hinauf, in dem nur in einem Zimmer Licht brannte — Janas Zimmer.
Dort sprachen sie wahrscheinlich gerade über seinen Besuch, lachten über seine Lächerlichkeit, packten neue Markensachen in Koffer, die so aussahen wie seiner.
Er stellte sich vor, wie Alina jetzt im Dunkeln ihres ehemaligen Schlafzimmers lag, den Bauch umarmte und ihn mit jeder Faser ihres Körpers hasste.
Er war sicher gewesen, er würde Liebe und Respekt kaufen.
Gekauft hatte er nur ein Ticket ohne Rückfahrt — in die Einsamkeit.
Roman saß auf der Bank und starrte auf den nassen Asphalt.
Neben ihm stand der riesige Koffer, vollgestopft mit teuren Hemden, und war nun sein einziges Zuhause.
In seiner Tasche hatte er noch zweihundert Rubel in Kleingeld.
Und in London, an einem prestigeträchtigen College, war bereits ein Semester für eine Tochter bezahlt, die ihn nicht einmal über die Schwelle gelassen hatte.
Er verbarg das Gesicht in den Händen und erstarrte.
Schreien wollte er nicht.
Weinen auch nicht.
In ihm war nur noch eine ausgebrannte Wüste.
Er hatte genau das bekommen, wofür er bezahlt hatte…



