Ich packte schweigend seine Sachen zusammen, und am Abend flogen er und seine Mutter aus meiner Wohnung.
— Räum in der Küche hinter meiner Mutter auf, dort ist es schmutzig! — befahl Dima aus dem Nebenzimmer.

Er dachte nicht einmal daran, vom Sofa aufzustehen.
Der Fernseher lief auf voller Lautstärke.
Katja stand mitten im Schlafzimmer ihrer Zweizimmerwohnung und spürte, wie dumpfe Müdigkeit, vermischt mit Wut, in ihr aufstieg.
Seit den letzten paar Monaten glich jeder ihrer Tage dem vorherigen.
Sie arbeitete zehn Stunden am Tag.
Sie kam völlig erschöpft nach Hause, und dort wartete schon ihre zweite Schicht auf sie.
Swetlana, Dimas Mutter, liebte es, unangekündigt zu Besuch zu kommen.
Sie tauchte tagsüber auf, aß die Hälfte der Vorräte aus dem Kühlschrank, machte einen Haufen Teller schmutzig und ging wieder.
Hinter sich räumte sie prinzipiell nie auf.
— Katja, bist du taub geworden? — Dima erschien schließlich in der Schlafzimmertür.
Er trug ausgeleierte Haushosen.
In den Händen drehte er sein Handy hin und her.
— Mama war zum Mittagessen hier.
Sie hat die Pfanne und die Teller stehen lassen.
Geh und spül sie.
Es ist mir unangenehm, in so eine schmutzige Küche zu gehen.
— Wenn es dir unangenehm ist, dann nimm einen Schwamm und spül selbst, — antwortete Katja ruhig.
Sie ging zum Schrank und öffnete die Tür.
— Deine Mutter hat gegessen, du bist ihr erwachsener Sohn.
Das ist eure Verantwortung.
Dima schnalzte gereizt mit der Zunge.
Er verstand aufrichtig nicht, warum seine Frau sich gegen so einfache Dinge wehrte.
— Willst du mich veräppeln?
Eine Frau soll für Gemütlichkeit sorgen.
Mama ist ein älterer Mensch, sie wird müde.
Und du stellst dich einfach aus Bosheit wegen nichts an.
Geh in die Küche und mach, was ich gesagt habe.
— Eine Frau soll für Gemütlichkeit sorgen, wenn ein Mann die Familie versorgt, — Katja drehte sich zu ihrem Mann um.
Ihr Gesicht war völlig ruhig.
— Und du sitzt schon seit einem halben Jahr zu Hause.
Du hast keinen einzigen Cent zum Haushalt beigetragen.
Ich bezahle die Lebensmittel, die Nebenkosten und deine Vergnügungen.
— Schon wieder fängst du an, Geld zu zählen! — fuhr Dima auf.
Unzufrieden winkte er mit der Hand.
— Mama hatte völlig recht.
Du bist berechnend und hart.
Dir sind Familienwerte völlig egal.
Katja antwortete nichts.
Schweigend holte sie aus dem oberen Regal eine große Sporttasche.
Genau die, mit der Dima in besseren Zeiten gewöhnlich ins Fitnessstudio gegangen war.
Sie öffnete den breiten Reißverschluss und legte die Tasche aufs Bett.
— Fährst du irgendwohin? — Dima verzog spöttisch die Lippen.
— Hast du beschlossen, zu deinen Freundinnen abzuhauen?
Na los, geh.
Aber wisch vorher noch den Boden, bevor du verschwindest.
Katja ignorierte seine Worte.
Sie nahm seine Hemden vom Kleiderbügel und warf sie in die Tasche.
Dann zog sie die untere Schublade der Kommode auf und begann methodisch, seine Unterwäsche und Socken hineinzulegen.
— Hey, was machst du da? — Dima machte einen Schritt nach vorn.
Seine Stimme verlor sofort den spöttischen Ton.
Eine leichte Verwirrung erschien darin.
— Warum fasst du meine Sachen an?
— Ich packe dich für die Reise, Dima.
Du ziehst aus.
Zu deiner Mutter, zu Freunden oder ins Hotel.
Es ist mir völlig egal, wohin genau.
Die Hauptsache ist, dass du in einer halben Stunde nicht mehr in diesem Haus bist.
— Bist du völlig verrückt geworden? — er hob abrupt die Stimme.
— Das ist mein Zuhause!
Wir sind gesetzlich verheiratet!
Ich gehe von hier nirgendwohin!
Katja ging zu ihrem Arbeitstisch.
Sie nahm eine dicke transparente Mappe heraus, in der ordentlich ausgefüllte Blätter lagen.
— Das ist mein Antrag auf Scheidung, — Katja warf die Mappe oben auf seine Sachen in die Tasche.
— Die Wohnung habe ich zwei Jahre vor unserer Hochzeit gekauft.
Du bist hier nicht einmal gemeldet.
Du hast keinerlei Rechte an dieser Immobilie.
Dima wollte gerade eine weitere beleidigende Beschimpfung hinausschreien, doch im Flur klingelte plötzlich scharf die Türglocke.
Hartnäckig und lange, als hätte jemand beschlossen, den Knopf nach innen durchzudrücken.
— Das ist Mama, — Dima grinste schadenfroh.
— Sie hat versprochen, heute Abend zu kommen.
Jetzt werden wir dir gemeinsam verständlich erklären, wie man sich einem eigenen Ehemann gegenüber zu verhalten hat.
Er ging schnell in den Flur und riss die Eingangstür auf.
Swetlana stand auf der Schwelle.
In den Händen hielt sie zwei riesige vollgestopfte Taschen.
Sie sah entschlossen und herrisch selbstsicher aus.
— Söhnchen, hilf mir, die Taschen reinzutragen, — kommandierte die Schwiegermutter.
— Ich habe nachgedacht und beschlossen: Ich werde ein paar Monate bei euch wohnen.
In meiner Wohnung muss die Tapete neu geklebt werden, und ich will keinen Baustaub einatmen.
Katjka soll mir in ihrem Zimmer Platz machen.
Swetlana ging in den hellen Flur und streifte die Schuhe ab.
Sofort steuerte sie auf die Küche zu und kommentierte laut alles auf ihrem Weg.
— Und warum ist das Geschirr immer noch nicht gespült?
Ich habe doch schon mittags gegessen!
Katja, womit beschäftigst du dich eigentlich den ganzen Tag?
Eine echte Faulenzerin!
Katja kam ruhig aus dem Schlafzimmer, zog die schwere Sporttasche hinter sich her und stellte sie direkt vor Swetlana ab.
— Die Renovierung in Ihrer Wohnung müssen Sie zusammen mit Ihrem Sohn machen, — sagte Katja laut und deutlich.
— Dimas Sachen sind bereits vollständig gepackt.
Sie können ihn sofort mitnehmen.
Die Schwiegermutter blieb abrupt stehen.
Sie starrte auf die riesige schwarze Tasche und richtete dann einen äußerst verständnislosen Blick auf Katja.
— Was soll dieser dumme Zirkus jetzt?
Wie sprichst du mit der Mutter deines Mannes?
Hast du durch deine ständige Faulheit völlig den Scham verloren?
— Ich bin Ihre endlose Unverschämtheit sehr leid, Swetlana.
Und die Faulheit Ihres Sohnes ebenfalls.
Sie kommen in mein Haus, machen Dreck und schreiben mir frech vor, was ich zu tun habe.
Dima lebt ausschließlich auf meine Kosten.
Damit ist jetzt Schluss.
Die Schwiegermutter lief augenblicklich vor Empörung dunkelrot an.
Mit Kraft warf sie ihre Taschen direkt auf den sauberen Boden.
— Du undankbare Person!
Mein Junge hat dich aus Mitleid geheiratet!
Wir haben aus dir überhaupt erst einen normalen Menschen gemacht!
Du wirst ihm die Hälfte dieser Wohnung abgeben, und zwar schön brav.
Wir werden die besten Anwälte der Stadt engagieren.
Wir werden dich ohne irgendetwas auf die Straße setzen.
Katja lächelte nicht einmal.
Die Drohungen der Schwiegermutter klangen unglaublich lächerlich und komisch.
— Engagieren Sie, wen Sie wollen.
Das Eigentum wurde von mir vor der Ehe erworben.
Dima hat keine einzige Chance, hier auch nur einen Quadratmeter zu bekommen.
Und jetzt nehmen Sie Ihre Taschen, die Sporttasche und gehen raus.
Dima stand an der Wand und blinzelte verwirrt.
Er war daran gewöhnt, dass Katja immer schwieg und alle Kränkungen gehorsam herunterschluckte.
Er hatte überhaupt nicht damit gerechnet, auf so harten und kompromisslosen Widerstand zu stoßen.
— Katja, hör mit diesem billigen Theater auf.
Mama ist einfach müde vom Tag.
Lass uns alle beruhigen, uns in die Küche setzen und normal wie eine Familie reden.
Ich werde dieses verdammte Geschirr selbst spülen!
— Zu spät, Dima.
Reden hätte man vor einem halben Jahr müssen.
Als ich dich angefleht habe, Arbeit zu finden.
Als ich dich darum bat, meine freie Zeit zu respektieren.
Und jetzt fordere ich, dass ihr meine Wohnung verlasst.
— Nirgendwohin gehen wir! — Swetlana stemmte die Hände in die Hüften.
— Das ist das rechtmäßige Zuhause meines geliebten Jungen.
Katja zog ihr Handy aus der Tasche ihrer Haushose.
— Ihr habt genau drei Minuten, um über die Schwelle zu gehen.
Wenn ihr das nicht tut, rufe ich die Polizei und reiche die Scheidung ein.
Man wird euch per Gerichtsbeschluss hinauswerfen, und bis dahin verschwindet lieber auf die gute Art.
Die ganze Nachbarschaft wird davon erfahren.
Entscheidet selbst.
Demonstrativ wählte sie eine Nummer auf dem Telefon.
Die Schwiegermutter verstand schnell, dass die Schwiegertochter überhaupt nicht scherzte.
Das Gesicht der älteren Frau verzerrte sich stark vor unverhohlener Wut.
Sie griff nach ihren schweren Taschen.
— Komm, Sohn!
Wir werden uns an dieser Streitsüchtigen nicht weiter beschmutzen.
Sie wird noch auf Knien zu uns angekrochen kommen, weinen und um Verzeihung bitten!
Niemand braucht so eine böse Frau!
Dima hob schweigend seine schwere Tasche auf.
Feige vermied er es, Katja in die Augen zu sehen.
Er ging einfach schnell auf den Treppenabsatz hinaus, seiner laut schimpfenden Mutter hinterher.
Katja schloss die Tür fest.
Sicher ließ sie den Metallriegel einrasten.
In der Wohnung wurde es überraschend still und ruhig.
Es gab keinen brüllenden Fernseher mehr, kein unzufriedenes Gemurre und keine ständigen unbegründeten Vorwürfe.
Langsam ging sie in die Küche.
Auf dem Tisch standen tatsächlich eine fettige Pfanne und ein Haufen schmutziger Teller.
Früher hätte Katja schwer geseufzt und begonnen, das alles mit den Händen abzuwaschen.
Doch jetzt hatte sich alles grundlegend verändert.
Sie nahm einen großen Plastikmüllsack und warf sorgfältig alle Essensreste hinein.
Die Teller stellte sie in die Spülmaschine und drückte auf den Startknopf.
Das Aufräumen dauerte höchstens fünf Minuten.
Danach goss Katja sich ein hohes Glas kühlen Apfelsaft ein und setzte sich auf den weichen Stuhl am großen Fenster.
Draußen gingen langsam die schönen Abendlaternen an.
Die große Stadt versank nach und nach in angenehmer Dunkelheit.
Zum ersten Mal in drei langen Ehejahren fühlte sie sich vollkommen frei.
Sie musste sich nicht mehr ständig für eine ungewaschene Tasse oder für ein Paar neue Schuhe rechtfertigen.
Sie musste die wilde Unverschämtheit anderer Menschen im eigenen Haus nicht mehr ertragen.
Ihr Leben kehrte endlich in normale Bahnen zurück.
Morgen früh wird sie die gesammelten Unterlagen an den Anwalt schicken.
Und für das nächste Wochenende wird sie sich unbedingt für eine Massage und einen guten Schönheitssalon anmelden.
Jetzt war sie die einzige Herrin ihres eigenen Schicksals, und dieses Gefühl war das Schönste auf der Welt.



